Die Freie Bühne Wien ist ein Ort lebendiger Theatergeschichte und zeitgenössischer Dramatik. Seit ihrer Gründung steht sie für künstlerischen Mut, literarische Qualität und die konsequente Auseinandersetzung mit Gegenwart und Geschichte.

Ein besonderer Ort

1976 eröffnete hier die Schauspielerin und Autorin Prof. Topsy Küppers die Freie Bühne Wieden – in jenem Raum, in dem einst auch der junge Bruno Kreisky auftrat. Gleich das Eröffnungsstück, Georg Kreislers „Heute Abend Lola Blau“, wurde ein großer Erfolg. Topsy Küppers leitete das Theater 25 Jahre lang und holte zahlreiche bedeutende Künstlerinnen und Künstler auf die kleine Bühne.

Am Silvesterabend 2000 übergab sie die Direktion an Gerald Szyszkowitz, der das Theater bis Ende 2009 erfolgreich als Uraufführungsbühne etablierte.


Das Haus der Uraufführungen

Von 1. Jänner 2010 bis 31. Dezember 2025 wurde die Freie Bühne Wieden von der Schauspielerin und Regisseurin Michaela Ehrenstein geleitet. Bereits unter ihrem Vorgänger Gerald Szyszkowitz war sie eng mit dem Haus verbunden. Unter ihrer Direktion entwickelte sich das Theater konsequent weiter als Bühne für Uraufführungen und Erstaufführungen: Rund 70 neue Stücke kamen in dieser Zeit zur Premiere, 25 davon inszenierte Michaela Ehrenstein selbst.

Autorinnen und Autoren aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den USA reisten an, um ihre Werke hier erstmals auf der Bühne zu sehen. Einen besonderen Platz im Spielplan nahm 2017 die Wiederentdeckung von Jean Anouilhs lange vergessener „Becket oder die Ehre Gottes“ ein – eine aufsehenerregende Inszenierung mit 18 Darstellerinnen und Darstellern, die weit über Wien hinaus Beachtung fand.


Große Frauen – starke Geschichten

Eine weitere prägende Säule der Freien Bühne Wieden unter Ehrensteins Leitung war die Würdigung großer, vielschichtiger Frauenpersönlichkeiten. Biografische Theaterabende über Hedy Lamarr, Marlene Dietrich, Melina Mercouri oder die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner („Ich will!“, 2012) machten Geschichte lebendig und persönlich erfahrbar. Michaela Ehrenstein gestaltete viele dieser Abende selbst als Schauspielerin und brachte dabei auch ihre große Leidenschaft für Chanson und musikalisch-literarische Formen ein.


Vielfalt mit Niveau

Neben Uraufführungen und selten gespielten Stücken gehörten Lesungen, literarisch-musikalische Abende und Kleinkunst zum festen Repertoire der Freien Bühne Wieden. Das Haus versteht sich als Ort, an dem Tradition und zeitgenössisches Theater einander begegnen – anspruchsvoll, neugierig und offen.


Gegenwart und Zukunft

Mit 1. Jänner 2026 hat Gernot Kranner die Leitung der Freien Bühne Wien (früher Freie Bühne Wieden) übernommen. Er knüpft an die reiche Geschichte des Hauses an und führt sie mit neuen Impulsen in die Zukunft – als Ort für zeitgenössisches Theater, musikalische Formen und mutige Stoffe, die berühren, herausfordern und zum Dialog einladen.

Die Freie Bühne Wien bleibt damit, was sie immer war:
eine Bühne für neue Stimmen, starke Persönlichkeiten und Theater mit Haltung.